
Michael Vogt hatte eine gute Nase. Nach einer klassischen Betriebswirtschaftsausbildung an der Hochschule St. Gallen startete er eine Karriere beim Grosskonzern Unilever. 1992 wechselte er in die Uhrenbranche und holte sich die Branchenerfahrung in so unterschiedlichen Firmen wie Gucci, Ebel und TAG Heuer. 1999 wechselte er zum damaligen Internet Start-Up Aseantic in Biel, damals eine der führenden Schweizer Internetagenturen. Noch vor dem Platzen der grossen Internetblase verkaufte er seine Aktien für einen Preis, der es ihm erlaubte, seine Vision der „besten Reiseuhr, die es je gab“ umzusetzen.
2002 gründete er Vogard - der Namen ist zusammengesetzt aus Vogt und Avantgarde. Vogt mag keine halben Sachen und verpflichtete darum einen renommierten Uhrmacher für die Entwicklung seiner Zeitzonenkomplikation. Entstanden ist eine Uhr mit einem verblüffend ausgefuchsten Mechanismus, die 2004 an der Baselworld ihre Première feierte. Wenn man den unterhalb der Krone angebrachten Hebel löst, kann man die Drehlunette bewegen, und dies in beide Richtungen. Dieser Drehring ist mit dem normalen Stundenzeiger und einem 24-Stundenzeiger gekoppelt. Die eigentliche Lunette ist mit Städtenamen beschriftet, die für verschiedene Zeitzonen stehen.
Auf diese Weise kann man nun, ohne die Uhr abnehmen oder an irgendeiner Krone herumfummeln zu müssen, jederzeit ablesen, welche Zeit an einem bestimmten Ort auf der Welt ist. Der 24-Stunden-Zeiger hilft dabei herauszufinden, ob an der Zieldestination Tag oder Nacht ist. Dieses Feature ist ungemein praktisch, nicht nur für den Reisenden. Auch wenn Sie Ihre Geliebte in Kalifornien oder den Produktionschef in China anrufen möchten, hilft der „Timezoner“. Einfach rasch die Lunette auf „Los Angeles“ oder „Beijing“ drehen und schon sieht man, ob die Zeit für den Anruf opportun ist.
Eine patentierte Weltneuheit schuf Vogt schliesslich mit der Indikation der Sommerzeit. Wie so oft: Die besten Lösungen sind die einfachen. Mit einem „S“, verbunden mit einem Strich mit den entsprechenden Destinationen, stellt man die Lunette ganz einfach auf die Sommerzeit ein.
Eines der grossen Zauberwörter in der Luxusbranche heisst Individualisierung. Auch hier fand der Konsumgüterprofi Vogt einen sehr interessanten Ansatz. „Wir sind ein kleiner Nischenproduzent und werden nie eine zweite Rolex werden. Dafür können wir als kleiner Player viel individueller reagieren und uns auch um kleinere Zielgruppen kümmern“ erklärt Vogt sein Rezept.
So macht er laufend neue thematisch ausgerichtete Modelle. Da gibt es zum Beispiel die „Licensed Pilot“, eines der erfolgreicheren Stücke. Sie zeigt nicht profane Städtenamen, sondern die Kürzel der internationalen Flughäfen. Der „Radiator F1“, im tiefschwarzen Gehäuse, mit Karbon- oder „Kühlergrill“-Zifferblatt voll in der High-Tech-Materialwelt zuhause, ist mit den Austragungsorten der Formel-1-Rennen beschriftet (und wird darum jedes Jahr neu aufgelegt, da die Rennpisten abhängig von Bernie Ecclestones Launen stets wechseln). Der „Bogey Golfer“ mit rasengrüner Lunette ist für den Golfer mit richtig gutem Handicap gedacht, er bietet Golfdestinationen rund um die Welt an.
So richtig individuell wird es dann bei der „Personal Edition“. Wer als Reisender mit bestimmten Städten schöne oder besonders bewegende Erinnerungen assoziiert, kann diese auf der Lunette verewigen lassen.
Ein völlig neues Modell ist der in Basel 2009 präsentierte Chronozoner. Diese richtig grosse Uhr (Ø 48 mm) vereint die Vorteile des Vogard-Zeitzonensystems mit den praktischen Funktionen eines Chronographen. Dessen Stunden- und Minutenzähler werden durch das an ein Armaturenbrett erinnernde Design hervorgehoben. Der Look ist sportlich-technisch, und die Lesbarkeit wird mit diesem gestalterischen Element sehr gut gewährleistet. Das Gehäuse des Chronozoner ist aus Titan, dadurch konnte das Gewicht der Uhr noch im „tragbaren“ Bereich gehalten werden.
Lesen Sie auch den Artikel über Vogard in unserem Magazin "Tick different" in der Ausgabe 6 (als PDF hier zum Download bereit.)
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