In eigener Sache: Besitzerwechsel und ab 2013 neues Team bei Uhrsachen

Liebe Kundinnen und Kunden, Freunde und Geschäftspartner

nach vielen Jahren des erfolgreichen Auf- und Ausbaus von Uhrsachen haben wir beschlossen, uns persönlich neu zu orientieren. Mit Dominik und Franziska Maegli haben wir die optimalen Nachfolger gefunden, denen wir Uhrsachen vertrauensvoll und mit grosser Freude übergeben können.

Familie Maegli betreibt bereits in vierter Generation Bijouterie- und Uhrengeschäfte in Olten und Solothurn. Sie verfügt über entsprechend viel Erfahrung und – im Zusammenhang mit Uhrsachen besonders wichtig – eine grosse Leidenschaft für Uhren. Dominik Maegli ist gelernter Uhrmacher und ein passionierter Uhrenliebhaber mit einem Flair für aussergewöhnliche Nischenprodukte. Er teilt mit uns die Begeisterung für das Konzept von Uhrsachen, eng mit unabhängigen und kleinen Marken zusammenzuarbeiten und ein unvergleichliches Sortiment von Uhren-spezialitäten anzubieten.

uhrsachen_maegli

Hans Erb und Isabelle Urfer Erb (l.) übergeben die Leitung von Uhrsachen in neue Hände: Franziska und Dominik Maegli (r.) sind die neuen Besitzer. Das Uhrenatelier bleibt unter der kundigen Leitung von Uhrmachermeister Patrick Favrod (m.).

Bewährtes wird bei Uhrsachen gleich bleiben. Das Atelier unter der Leitung des ausgewiesenen Fachmanns und Uhrmachermeisters Patrick Favrod wird sogar ausgebaut, um Ihnen einen noch besseren professionellen Service rund um Ihre Uhren anbieten zu können. Mit Hansruedi Koch wird zudem ab Januar 2013 ein zweiter, äusserst erfahrener und vielseitiger Uhrmachermeister das Team verstärken. Kundenfreundlichkeit, Kompetenz, Seriosität und Serviceorientierung werden bei Uhrsachen also weiterhin gross geschrieben.

Maeglis werden mit ihrem Team mit viel Elan und Engagement frischen Wind ins Geschäft bringen und das Sortiment und die Dienstleistungen mit Sachverstand und Geschmack ausbauen. Schenken Sie auch ihnen ruhig Ihr Vertrauen. Sie werden nach wie vor von allem, was Uhrsachen bis jetzt auzeichnete, profitieren können.

Wir möchten es zum Abschied nicht unterlassen, Ihnen herzlich zu danken – für Ihre langjährige Treue, für die vielen schönen Begegnungen und Gespräche, die wir in den letzten Jahren erleben durften.

Hans Erb & Isabelle Urfer Erb

Wir würden uns freuen, Ihnen Herrn und Frau Maegli am Freitag, 28.12.2012, von 17 bis 21 Uhr anlässlich eines kleinen Apéros persönlich vorzustellen.

Bell & Ross: Neue Bordinstrumente fürs Handgelenk

Die Franzosen von Bell & Ross entwickeln ihre Fliegeruhrenkollektion noch weiter und werden dabei immer markiger. Als komplett neue Serie kommt jetzt die WW2-Familie im Stil der Uhren der Bomberpiloten des 2. Weltkriegs.

So cool hat noch niemand das Thema Fliegeruhren abgehandelt. Seit Jahren sieht man – von ganz Deutschland bis nach Schaffhausen – die zigfach fast identische Interpretation der grossen deutschen Fliegeruhr. Da müssen schon die pfiffigen Designer von Bell & Ross kommen, um einmal etwas richtig knackig Neues zu bringen. Das tun sie seit einigen Jahren, und die Kompetenz bei Uhren im Instrumentenlook hat man bei Bell & Ross schon lange bewiesen. Die Serien BR01 und BR03 mit ihren unverkennbaren viereckigen Gehäusen und ihrer exzellenten Lesbarkeit haben wir Ihnen hier auch schon mehrmals vorgestellt.

Bell & Ross WW2 Régulateur Héritage

Nach der Lancierung der WW1-Linie im letzten Jahr mit Taschen- und Armbanduhren (siehe Tick different Nr. 8) hat man sich in den Design­büros in Paris nun intensiv in die Luftfahrtgeschichte des 2. Weltkriegs vertieft. Herausgekommen ist eine Uhr, die mit vielen prägnanten Details die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Vintage WW2 Régulateur Héritage heisst sie mit vollem Namen.

In der Fliegerei sind die Minuten für die Berechnung der Fluggeschwindigkeit und fürs Navigieren sehr wichtig. Darum wurde die Uhr als so genannter Regulator konzipiert, also mit einem grossen Minutenzeiger aus dem Zentrum und zwei kleineren Zifferblättern für die Anzeige der Sekunde und der Stunde. Eine sehr griffige Drehlunette mit einem gut sichtbaren roten Dreiecksindex dient dazu, sich eine bestimmte Minutenposition  rasch und einfach zu markieren. Von dieser Position aus kann der Pilot dann die zurückgelegte Anzahl Minuten sehr simpel ablesen.

Die sehr grosse Krone – sie ist auch mit Handschuhen bedienbar – wurde zugunsten eines besseren Tragkomforts auf der linken Seite der Uhr angebracht. Mit einem Durchmesser von 49 mm ist das fette Instrument nichts für Dünnlinge. Das ganze Design ist sehr «Vintage», mit nachleuchtenden, sandfarbenen Ziffern, Zeigern und Indexen sowie dem matten Lederarmband und seinen aussergewöhnlichen, beweglichen Band­befestigungen. Unterstrichen wird dieses Erscheinungsbild vom künstlich gealterten «Gunmetal».

Bordinstrumente, neu interpretiert

Ein wenig ziviler präsentieren sich die anderen Neuheiten von Bell & Ross, die sich extrem stark an Bordinstrumenten orientieren. Vom Cockpit ans Handgelenk heisst die Devise, die schon mit der 2005 vorgestellten BR01 erstmals konsequent umgesetzt wurde. 2010 und 2011 waren es dann die Modelle Compass und Radar (Tick different berichtete) in streng limitierten und entsprechend rasch ausverkauften Auflagen. Technisches Herzstück dieser beiden Modelle bildete jeweils ein System mit drehenden Scheiben für Stunden, Minuten und Sekunden, was in der Praxis nicht ganz einfach zuverlässig realisierbar ist. Bell & Ross war jedoch in der Lage, die technischen Anforderungen zu meistern und stellt nun, basierend auf diesen Erfahrungen und Entwicklungen, drei weitere Uhren vor, die direkt einem Flugzeugcockpit entstammen könnten.

Künstlicher Horizont

Die BR01 Horizon mimt den künstlichen Horizont. Dieses Instrument ist unerlässlich, um auch bei schlechten Sichtverhältnissen die Lage des Flugzeugs im Verhältnis zum Horizont zu kennen. Das Zifferblatt besteht dabei aus zwei Teilen. Wie beim Instrument wird der Himmel grau und die Erde schwarz dargestellt. Die weisse horizontale Linie macht die Trennung. Am oben fixierten Steg werden die Zeiger verdeckt befestigt, die Anzeige beschränkt sich auf Minuten und Stunden.

Höhenmesser

Mindestens so wichtig wie der künstliche Horizont – wenn nicht sogar noch wesentlicher – ist der Höhenmesser auf der Instrumententafel.  Beim Modell Altimeter teilten die Designer von Bell & Ross das Zifferblatt und spendierten ihm eine Öffnung bei der 3-Uhr-Position, bei der im Original der atmosphärische Druck gezeigt wird. In diesem Fenster wird das Datum in Form eines Grossdatums untergebracht.

Generell wird viel Liebe zum Detail zelebriert: Die Zeiger und auch die gesamte Typographie entsprechen verblüffend genau dem Vorbild, selbst die gerippte Anzeige bei der 6-Uhr-Position wurde übernommen.

Wendezeiger

Dieses Instrument kennt man eher unter dem englischen, besser verständlicheren Begriff Turn Coordinator.  Es zeigt dem Piloten die Drehrichtung um die Hochachse seines Flugzeugs. Beim richtigen Bord­instrument enthält es auch noch eine Libelle, vergleichbar etwa mit einer Wasserwaage, auf die man aber bei der Bell & Ross verzichtet hat. Ein richtiger Turn Coordinator ist technisch ein reichlich kompliziertes Gebilde, dessen Herzstück ein halbkardanisch aufgehängter Kreisel bildet. Er erlaubt – bei richtiger Interpretation – im Zusammenspiel mit den anderen Instrumenten wie Kompass, Höhenmeter und künstlichem Horizont die Lage im Raum zu bestimmen. Beim Blindflug ist er unverzichtbar. Die davon abgeleitete Armbanduhr ist nicht ganz so komplex. Sie funktioniert, wie schon bei den Modellen Radar und Compass, mit Hilfe drehender Scheiben für die Anzeige der Stunden und Minuten. Die Zeit wird im oberen Bereich der Uhr abgelesen. Die Spitze des symbolisierten Leitwerks des Flugzeugs auf dem Zifferblatt bildet dabei die Indexmarkierung für die Stunden- und die Minutenscheibe. Ganz im Zentrum dreht dann noch eine kleine Scheibe für die Sekunden, diese allerdings ohne Skala. Sie dient also eher einer Funktionskontrolle.

Alle drei Uhren haben mehrere Gemeinsamkeiten. Das bewährte BR01-Gehäuse mit Saphirglas misst 46 mm im Durchmesser und ist aus Stahl mit matter schwarzer PVD-Beschichtung. Die Krone ist verschraubt, was der Uhr im Zusammenhang mit der gesamten Gehäusekonstruktion zu einer Wasserdichtigkeit von 10 atm verhilft. Alle drei Modelle haben ein ETA-Automatikwerk des weit verbreiteten ­und äusserst zuverlässigen Typs 2892. Im Lieferumfang enthalten ist stets ein schwarzes Kautschukband  sowie ein strapazierfähiges Nylonband mit Klettverschluss. Auch die zum Wechseln des Bandes benötigten Werkzeuge liegen bei.

Die Preise für die hier vorgestellten neuen Bell & Ross-Uhren liegen zwischen 4300 und 5900 CHF. Die Stückzahlen der Bord­instrumente sind limitiert auf 999 (Horizon und Turn Coordinator) sowie 500 Exemplare (Altimeter).

Die Golfuhr für Damenhandgelenke

Wer immer noch meint, Golf sei ein reiner Männersport, soll sich einmal auf einem Golfplatz umsehen. Jetzt kommen auch die Damen in den Genuss der Golfuhren von Jaermann & Stübi, dank der neuen Linie «Queen of Golf».

Regelmässig wurden wir von Kundinnen (oder ihren Männern, die ihren Holden gerne ein schönes Geschenk gemacht hätten…) gefragt, ob es denn die cleveren Golfuhren von Jaermann & Stübi nicht auch etwas kleiner gäbe. Wir haben den Input weitergegeben, und offensichtlich waren wir nicht die einzigen. Der Hersteller hat auf diese Stimmen gehört und spendiert der Damenwelt die neue Linie «Queen of Golf». Nicht ganz einfach war die Anpassung des patentierten Golfzählermoduls an die kleinere Gehäusegrösse, doch nach einiger Entwicklungszeit ist die neue Uhrenserie jetzt da. Zudem konnte man von den Vorarbeiten bei der Entwicklung der 2011 vorgestellten «Hole in One» profitieren, bei der bereits ein Schlagzähler in einem Zifferblattfenster zum Einsatz kommt.

Die Queens of Golf haben einen Durch­messer von 38 mm und bieten fast den ganzen Funktionsumfang wie die bereits bekannten Herrenmodelle. Verzichtet wird lediglich auf die Anzeige des Lochs und die Drehlunette mit Handicapskala. Angezeigt werden die Anzahl Schläge des gerade gespielten Lochs in einer Zifferblattaussparung bei 1 Uhr sowie die Gesamtzahl der Schläge der ganzen Partie. Bedient wird das Zählwerk über neu geformte, längliche, fein abgerundete und der Funktion entsprechend beschriftete Drücker.

Das Gehäuse ist aus Edelstahl, das Werk (Kaliber A10) wird wie beim «grossen Bruder» durch den bekannten Shock-Absorber vor den Einflüssen der Golfschläge geschützt. Wie bei allen anderen Jaermann & Stübi-Uhren setzt man auf Saphirgläser, dies vorne und auf der Rückseite.

Erhältlich sind verschiedene Designvarianten. Die eine Serie der Uhren besticht durch ein Perlmutt-Zifferblatt in verschiedenen Farbkombinationen. Die anderen Modelle nehmen im Zifferblatt Art Deco-Stilelemente auf, inspiriert von einem sogenannten «Mesh Ball» aus den dreissiger Jahren mit quadratischen und runden Ornamenten. Und natürlich können die Lunetten – wie es sich heute für eine schicke Damenuhr gehört – auf Wunsch auch mit 80 kleinen Diamanten oder anderen, farblich passenden Edelsteinen versehen geliefert werden. Die Bänder gibt es in verschiedenen Lederarten und -farben sowie in Kautschuk. Die Preise der Uhren beginnen bei CHF 6’500.-

Ulysse Nardin Classico Luna: Mondphasen einmal anders

Uhren mit Mondphasenanzeige sind nicht sehr verbreitet. Meist sind sie dann sehr ähnlich, und in der Sache relativ banal. Doch es gibt pfiffige Ausnahmen

Die Classico-Serie von Ulysse Nardin bestand bis anhin aus schön flachen Uhren mit der klasssischen Dreizeiger-Datums-Konfiguration. Die Linie erhält jetzt eine Erweiterung mit den neuen Modellen  Classico Luna, in Damen- und Herrenausführung, mit einer aussergewöhnlichen Mondphasenanzeige.

Die Classico Luna-Herrenmodelle in 18 Kt. Rotgold (l) und in Stahl (r).

Das Prinzip dieser Anzeige ist indes bei Ulysse Nardin nicht gänzlich neu, es basiert, einmal mehr, auf den Arbeiten von Ludwig Oechslin  im Zusammenhang mit dem limitierten Uhrmacher-Meisterwerk «Moonstruck». Sie gibt den Umlauf des Monds in einer sehr präzisen und realistischen Darstellung wieder. Der Mond reflektiert das Licht der Sonne, während er sich im Uhrzeigersinn um die Erde dreht. Bei der Classico Luna zeigt sich der Lichteinfall am eigenen Mond, der sich innerhalb von 12 Stunden einmal um das Zentrum des Zeitmessers – ein Abbild der Erde – dreht. Bis zur Vollendung des 29,5 Tage dauernden Mondzyklus wechselt die Farbe der Mondphasenscheibe mit dem ab- beziehungsweise zunehmenden Mond. Das Ablesen der Mondphase ist damit sehr einfach. Etwas komplexer ist die Einstellung, die mit einem Drücker im Gehäuse vorgenommen wird.

Classico Luna Damenmodell mit Perlmuttzifferblatt und reichlich Diamanten.

Die Classico Luna hat ein Automatikwerk, und es gibt sie als Herrenuhr mit 40 und als Damenuhr mit 35 mm Gehäusedurchmesser, jeweils in Stahl oder 18 Karat Roségold. Die Herrenausführung ist elegant und schlicht, bei den Da­menmodellen gibt es die beliebten Details wie ein Zifferblatt aus Perlmutt, mit Diamantindexen sowie, je nach gewünschtem Glamourfaktor und Budget, reichlich Diamantenbesatz  auf Lunetten und Bandanstössen.

Ochs und Junior – die uhrigen Querdenker

Ludwig Oechslin ist wohl eine der schillerndsten Personen der Uhrenbranche. Aber nicht durch Glamour, sondern durch seine genialen Erfindungen macht er seit Jahrzehnten von sich reden. Wir haben an dieser Stelle schon mehrere seiner grossen Würfe präsentiert. Seit einer Weile hat er auch – mit Partnern – eine eigene Uhrenfirma.

Ludwig Oechslin ist das, was man früher als «Universalgenie» bezeichnet hätte. Sein Werdegang ist entsprechend vielseitig. Der 1952 in Italien geborene Oechslin absolvierte an der Universität Basel seine Studien in Altertumswissenschaften und promovierte 1983. Parallel dazu machte er bei Meister Spöring in Luzern eine Lehre als Uhrmacher und einen Abschluss als Uhrmachermeister. Er ist aber auch Doktor der theoretischen Physik und Restaurator. Und studierte die griechische Sprache. Grosse Erfahrungen sammelte er, als er im Vatikan die Farnesianische Uhr restaurierte, eine monumental komplexe astronomische Pendeluhr aus dem 17. Jahrhundert. Vier Jahre dauerte es, die über 1000 Einzelteile zu restaurieren und wieder zu einem funktionierenden Ganzen zusammenzusetzen. Die Restauration wurde in einem dreibändigen Werk akribisch dokumentiert.

Universalgenie Oechslin – portraitiert von Sjoerd van Rooijen

Lange Jahre entwarf und entwickelte er für Ulysse Nardin bahnbrechende Uhren, unter anderem die «Trilogie der Zeit» mit den faszinierenden atronomischen Uhren «Astrolabium Gallileo Galilei», «Planetarium Copernicus» und «Tellurium Johannes Kepler», den «Freak», den Ewigen Kalender «Ludovico Pertetual», gefolgt von der «Moonstruck» und der «Planet Earth». Der Umfang des Werks ist beeindruckend. Seit 2003 leitet Oechslin das Musée International de l’Horlogerie (MIH) in La Chaux-de-Fonds. Dies mit noch bis zu seiner geplanten Pensionierung einem 60-Prozent-Pensum, denn nebenher ist Oechslin Forscher, Konstrukteur und Uhrmacher geblieben. Ständig sinniert er an neuen Konstruktionen und Lösungen herum, sein innerer Daniel Düsentrieb hält ihn pausenlos auf Trab.

Initialzündung mit MIH-Uhr

Vor Jahren lernte Oechslin im Uhrengeschäft Embassy in Luzern Beat Weinmann kennen. Embassy in Luzern ist ein Treffpunkt für Uhrenkenner – ähnlich wie Uhrsachen, nur einfach einige Nummern grösser ind internationaler. Aus der Bekanntschaft entstand das Projekt einer MIH-Uhr. Oechslin hegte schon lange den Wunsch, eine möglichst einfache Uhr zu konzipieren. Als Dritten im Bunde konnten sie den bekannten Uhrmacher Paul Gerber gewinnen, seinerseits Gründungsmitglied der AHCI (Académie Horlogère des Créateurs  Indépendants). Er baut Uhren, die er unter seinem Namen verkauft, ist aber auch Entwickler von Zusatzfunktionen für renommierte Uhrenmarken. Discrétion oblige – darum nennen wir hier keine Namen. Gerber brachte Oechslins Idee einer einfach zu bauenden Jahreskalenderfunktion zur Serienreife und produziert sie nun mit seinen Mitarbeitern. Die MIH-Uhr ist extrem reduziert, verfügt aber über eine sehr schlaue Jahreskalenderfunktion mit Wochentags-, Monats- und Datumsanzeige.

Die Anno Tinta mit Jahreskalenderfunktion

Im Gegensatz zum Ewigen Kalender kennt der Jahreskalender die Schaltjahre und die damit verbundene unterschiedliche Anzahl Tage im Februar nicht. Eingebaut ist hingegen der Unterschied der Monatslängen der normalen Jahre. Der Clou an Oechslins Idee: Diese ausgeklügelte Mechanik benötigt nur 9 (neun!) bewegliche Teile, anstelle von 30-40 bei herkömmlichen Lösungen. Als Basiswerk dient das aus vielen Chronographen bekannte Valjoux 7750, das vor dem Umbau mal reichlich abgespeckt wird. Die MIH-Uhr wird nur im Museum selber sowie bei Embassy verkauft. Ein Teil ihres Erlöses fliesst direkt ans Museum zurück, und zwar zweckgebunden in eine Kasse, aus der die Restaurierung einer aussergewöhnlichen Monumentaluhr des bretonischen Uhrmachers Daniel Vachey, die über eine Unzahl von astronomischen Komplikationen verfügt.

Die Zusammenarbeit bei der Kreation und Lancierung der MIH-Uhr machte aus Weinmann und Oechslin ein verschworenes Team. In vielen Kreativspaziergängen stellten die beiden ein weiteres Projekt namens Ochs und Junior auf die Beine. Sie gewannen mehrere Freunde für ihr lose zusammengestelltes Team, das 2009 begann, kompromisslose Uhren in kleinen Serien zu bauen.

Abseits der ausgetretenen Pfade

Die eingeschlagenen Wege sind neu. Traditionelle Uhrenzulieferer findet man nur wenige im Umfeld von Ochs und Junior. Einer der wichtigesten Lieferanten kommt aus einer ganz anderen Branche. Es ist Peter «Pedro» Cantieni, Inhaber einer Werkstätte für Präzisionsmechanik im zürcherischen Hinwil, einen Steinwurf von der Formel-1-Manufaktur von Peter Sauber entfernt, für die er regelmässig High-Tech-Teile herstellt. Was für Hochleistungsrennwagen gut ist, sollte auch für Armbanduhren taugen. Er baut die Gehäuse, die Schliessen, die Zifferblätter und die Zeiger sowie die speziellen Technikkomponenten für die Ochs-Uhren. Cantieni ist mit Herz und Seele dabei.

Ludwig Oechslin und Beat Weinmann

Basis aller Uhren bilden die teilweise sehr unkonventionellen Ideen Oechslins. Seine jahrzehntelange intensive Auseinandersetzung mit Mechaniken und astronomischen Gesetzmässigkeiten machen aus ihm unbestritten einen der grössten Experten auf diesem Gebiet. Die ersten Uhren unter dem neuen «Brand»  (dazu später mehr)  waren zwei in vieler Hinsicht aussergewöhnliche Stücke. Da war einerseits die settimana junior, eine «kleine Ochsenuhr» wie die Macher sie nennen. Die frische, bunte Uhr im Titangehäuse mit kleinem Durchmesser zeigt die Uhrzeit an, sowie die Wochentage mit sieben Punkten. Hintergrund ist der vom dreifachen Vater Oechslin erkannte und umgesetzte Zeithorizont eines Kindes, der sich vor allem in der Zeiteinheit der Woche abspielt. Montag Schule, Mittwochnachmittag frei, Sonntags Brunch en famille.

Die Selena Tinta mit Mondphasenanzeige

Schon viel komplexer war die anno cinquanta. Sie besitzt – wie die MIH-Uhr – einen Jahreskalender, der die Monate, den Wochentag und das Datum anzeigt. Und all dies in Form von intuitiv ablesbaren Punkten. Die technische Umsetzung geschieht wieder mit der wohl kleinst möglichen Anzahl von Teilen. Diese Uhr war nur in Gehäusen aus Edelmetallen zu haben, also Rotgold, Weissgold und – aussergewöhnlich – Silber. Die Erklärung für das Silbergehäuse ist eine einfache: Gehäusehersteller Cantieni hatte wenig Erfahrung im Verarbeiten von Edelmetallen. Da war Silber, weil günstiger, naheliegend für Versuche. Und schliesslich gefielen die Gehäuse so gut, dass man davon eine kleine Serie herstellt. Oechslin selber trägt die Uhr in Silber – «Gold kann ich mir nicht leisten» ist sein schlichter Kommentar dazu.

Bewusst minimal

Die Gehäuse der Ochs-Uhren sind generell relativ roh belassen. Auf aufwändiges Polieren wird bewusst verzichtet. «Unsere Uhren sollen leben. Das Tragen sorgt für die Politur, mit der Zeit» sagt Purist Oechslin. «Kratzer stören mich nicht – schliesslich steckt hinter jedem eine Geschichte.» Das Zifferblatt der anno cinquanta ist aus Weissgold und wird von Oechslin höchstselbst gefräst und patiniert. Seine Farbe erhält es durch eine thermische Behandlung, Weissgold verfärbt sich mit Hitze. Sie hat ein Werk von Paul Gerber und wird nur in sehr kleinen Stückzahlen hergestellt. Es ist schlicht, vom Feinsten, handgearbeitet. Entsprechend sind die Preise – in Weissgold beispielsweise kostet die Uhr knapp 45000 Franken.

Exklusive Prototypen

«Ich bin Prototypist!» erkärte mir Oechslin einmal, als er mir im Keller seiner alten Villa in La Chaux-de-Fonds seine CNC-Fräse zeigte. Eine solche High-Tech-Maschine hätte man dort nicht erwartet. Und in der Tat: In Oechslins Kopf wachsen clevere Uhrenkonzepte heran, die er anschliessend eigenhändig in Prototypen verwandelt. Mit viel Fleiss und Können und bewundernswerter Ausdauer. In der «Idea»-Kollektion von Ochs und Junior gelangten wenige solcher Konzeptträger in den Verkauf, angeboten wurden sie Freunden des Hauses. Exklusivität garantiert. Drei Modelle gab es bis jetzt: Die due ore idea mit ihrer simplen Anzeige von zwei Zeitzonen, die mese idea mit einer schlauen Kalenderfunktion und die luna mese idea mit einer sehr poetischen und gleichzeitig extrem präzisen Mondphasenanzeige.

Konzentration auf serielle Unikate

Die tinta-Serie schliesslich ist die zugänglichste Kollektion, die ochs und junior bis jetzt präsentiert haben. Auf sie wird sich die Firma jetzt voll konzentrieren. Sie basieren auf den Prototypen der «idea»-Linie, bringen aber noch ein ganz neues zusätzliches Element ins Spiel. Tinta steht für Färbung, und Farben sind Ausdruck von Individualität. So hat der Kunde die Wahl aus jeder Farbe der Pantone-Farbskala. Die Zeiger und die Indexe gibt’s in einer passenden Auswahl von 10 verschiedenen nachleuchtenden Superluminova-Farben. Und auch die Bänder können in allerhand Farben geordert werden. Um die Wahl nicht allzu schwer zu machen, gibt es auf der Website von Ochs und Junior fertig konfigurierte Farbvorschläge. «Im Luxusbereich ist heute Individualität ein grosser Trumpf. Als Kleinstfirma können wir unseren Kunden genau das anbieten mit unserem Farbsystem und uns auch so von den grossen Mainstreamfirmen unterscheiden» erklärt Beat Weinmann. Üben kann man darum schon zuhause: Auf der Website stellt Ochs und Junior ein PDF-Dokument mit einer Zeichnung der Uhr zur Verfügung, die man – wie beim guten alten Kindermalheft – ausfärbt und sich dann ausgeschnitten 1:1 aufs Handgelenk legen kann. Ob vor allem an Montagen nach regnerischen Sonntagen Bestellungen in Luzern eintreffen, wollte uns Beat Weinmann nicht bestätigen.

Spezielle Mondphase

Das Tinta-Konzept gelangt bei drei Grunduhren zur Anwendung. Due ore heisst wieder das Zeitzonenmodell, Mese das mit Datumsanzeige und Selene das Flaggschiff mit Datum und sehr spezieller Mondphase. Diese wollen wir uns ein wenig näher ansehen. Oechslins astronomische Kenntnisse und sein unerhört grosses Abstraktionsvermögen erlaubten es ihm, aus lediglich fünf Teilen den genausten Mondphasen-Mechanismus einer Armbanduhr herzustellen. Ganze 3478.27 Jahre würde es theoretisch dauern, bis man eine Korrektur machen müsste. Die Service-Intervalle einer mechanischen Uhr sowie die durchschnittliche Lebensdauer eines Menschen sorgen allerdings dafür, dass das theoretisch bleiben wird. Der Preis ist mit CHF 8000.- mehr als angemessen. Für eine an Individualität kaum zu überbietende Uhr mit einem «echten Oechslin» an Bord.

Auch bei den Bändern nicht normal

Natürlich kann man an eine Uhr von Ochs und Junior nicht einfach ein schnödes Standardband montieren. Die Bänder werden aus Leder der Firma Ecopell im Allgäu gefertigt. Leder aus Häuten von glücklichen Rindern, ökologisch korrekt behandelt mit natürlichen Gerbmitteln. Und auf die Bänder kommt auch das einzig sichtbare Etikett, das «Branding». Augenzwinkernd, natürlich. Das Logo von Ochs und Junior wird nämlich wörtlich eingebrannt, mit einem vorgeheizten Eisen, so wie früher die Rinder gebrandmarkt wurden.

Weinmann hat unterdessen – nach 16 Jahren – seine Tätigkeit bei Embassy aufgegeben und widmet sich voll und ganz Ochs und Junior. Und auch die Besitzverhältnisse der Firma wurden neu geregelt. Sie gehört jetzt je zu einem Drittel Oechslin, Weinmann und, nur auf den ersten Blick erstaunlich, Ulysse Nardin. Oechslin und Ulysse Nardin sind seit vielen Jahren eng und quasi symbiotisch miteinander verbunden, seine Konstruktionen verhalfen Ulysse Nardin zu Ruhm und Erfolg – und umgekehrt (siehe auch Seiten 26-28). Es ist davon auszugehen, dass bei Ochs und junior in naher Zukunft das neue Basiswerk UN-118 als Antrieb zum Einsatz kommt.

Espresso-Kult im «Flagshipstore»

Hauptquartier ist ein Lokal an der nicht eben mondänen Zürichstrasse in Luzern. Und natürlich ist es alles andere als branchenüblich. Es ist Showroom, Arbeitsloft, Ladenlokal und Denkfabrik in einem. Ausgestattet mit einer Küche, die gekrönt wird von einer gigantischen Kaffeemaschine mit einer Geschichte, deren Erzählung hier den Rahmen sprengen würde. «Klare Gedanken erfordern ein klares Hirn. Eine der legalen Drogen, mit der das erreicht werden kann, ist Espresso», sagt Weinmann schmunzelnd. Der Espresso geniesst bei Ochs und Junior Kultcharakter. Und glauben Sie uns: einen solchen Espresso kriegen Sie selten. Wenn das Nespresso-Clooney wüsste, würde er vielleicht lieber für Ochs und Junior werben als für Omega.

Beat Weinmann und La Gaggia

Der Empfang im «Ochsenloft» ist ungezwungen, sympathisch und herzlich. Nichts von Uhrenladendünkel. In einer Ecke hat sich Weinmanns Frau Bea ihr Fotostudio eingerichtet. Und neben Uhren sind auch einzigartige Artikel von «Freunden des Hauses» zu kaufen, wie handgemachte Skateboards, die Qlocktwo, der Ochsenkaffee «Black & Blaze», die sagenhaft bequemen «ilmia»-Wunderschuhe, Taschen und schräge Fahrräder. Für Kreativsitzungen und uhrige Freundesabende wird in der Küche auch immer wieder lecker gekocht, Am langen Tisch wird so noch viel Ungewöhnliches und Revolutionäres ausgeheckt werden.

Fotos: Bea Weinmann

Neuheiten 2012 von Glycine: Kontinuität statt Revolution

Nach der Übernahme durch Stephan Lack im Jahr 2011 war man gespannt, was Glycine 2012 an Neuheiten präsentieren würde. Glycine-Fans können beruhigt sein: Der neue Eigentümer setzt auf Kontinuität. 

Die legendärste Uhrenfamilie von Glycine heisst Airman. Als 1953 der erste Airman erschien, war er revolutionär, denn Uhren mit verschiedenen Zeitzonen gabe es so gut wie keine. Seither hat Glycine das Thema immer wieder neu interpretiert. 2011 wurde der Airman SST Chronograph vorgestellt, in einem kissenförmigen Gehäuse mit 43 mm Durchmesser, das so typisch ist für die späten 60er Jahre. SST steht für Super Sonic Transport, dem Projekt des ersten Überschall-Passagierflugzeugs von Boeing in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als der Glaube an die Technik durch nichts zu bremsen war. Als Hommage ist auf dem Boden eine Reliefgravur dieses Flugzeugs zu sehen, das nie über das Stadium eines Projekts hinausgekommen ist.

Glycine Airman SST 12

Nun folgt mit dem Airman SST12 bereits die 25. Generation des Airman. Mit dieser Uhr kann man drei Zeiten ablesen: Ein Zeiger zeigt die Ortszeit im 12-Stunden-Format an, ein zweiter (der rote) kann individuelle auf eine zweite Zeitone eingestellt werden. Die unter dem Glas angebrachte zusätzliche Drehlunette schliesslich ermöglicht die Anzeige einer dritten Zeit. Gedreht wird sie über eine originalgetreue Schlitzkrone auf der 2-Uhr-Position, die man ganz einfach mit einer Münze bedient.

Wie fast immer bei den Airman-Modelen ist auch die SST12 in einer “Puristen-Version” lieferbar, als 24-Stunden-Uhr, die dann allerdings nur noch zwei Zeitzonen anzeigt. Das Zifferblatt gibt es in schwarz oder mit einem schwarzblauen Farbverlauf.

Glycine Airman SST 12

Sehr “Seventies-like” ist die Version mit schwarzem Zifferblatt und oranger Drehlunette. Bei der Technik setzte man auf Bewährtes: Das ETA 2893-2 versieht seit vielen Jahren in manchen Airman-Modellen seinen Dienst, so auch im SST12. Den Airman SST gibt es ab CHF 1750.-

Neue Varianten des Combat Sub

Auch der robuste Taucher Combat Sub ist schon einige Jahre ein sicherer Wert in der Glycine-Kollektion. Er besticht durch sein solides 42 mm-Gehäuse mit Saphirglas, seine gute Ergonomie und durch sein exzellentes Verhältnis von Preis und Leistung. Hier bekommt man wirklich viel Qualität für sein Geld – eine ideale Uhr für viele Lebenslagen. Unter der neuen Führung bringe Glycine ein wenig mehr “Lifestyle” in ihr Sortiment. Neu sind zwei Modelle in schwarz PVD-beschichtetem Gehäuse: der edle “Golden Eye” mit braun-/goldener Lunette und nobler vergoldeter Krone und Zeigern sowie der mystische, ganz in schwarz gehaltene, gut getarnte Combat “Stealth”.

Glycine Combat Sub Golden Eye

Combat Sub “Golden Eye”

Glycine Combat Sub Stealth

Glycine Combat Sub “Stealth”

Neu im Angebot sind schicke Stoffbänder, die gut mit den neuen Farbvarianten der Combat Sub harmonieren. Aber auch das bewährte, massive, matt gebürstete Stahlband ist noch erhältlich.

Airman 17 und 18 in einer königlichen Ausführung

Einen leichten Facelift gab es auch noch für die Modelle Airman 17 und Airman 18. In der Version “Royal” erhalten sie eine Lunette mit einem Inlay aus 18 Kt. Rotgold, was der Uhr zu viel Schick verhilft.

Glycine Airman 17 und Airman 18 Royal

Vulcain: Ausbau der President’s-Linie

Vulcain hat die Geschichte der Weckeruhren massgeblich geprägt. Schon 1947 präsentierte die Manufaktur das Cricket Weckerkaliber. Weil mehrere amerikanische Präsidenten sie trugen, ist sie auch unter dem Begriff “President`s watch” bekannt geworden.

2010 besann man sich in Le Locle so richtig der präsidialen Vergangenheit, als man die neue “50s President`s Watch” vorstellte. Es gibt sie als klassischen Handaufzug oder mit dem selber entwickelten Automatikwerk, beide mit der Vulcain-typischen Weckfunktion.

Die Uhren waren wesentlich grösser als die Originalversionen, doch das Design blieb schlicht. Die polierten “Applique”-Indexe und die schlanken arabischen Zahlen auf dem bombierten Zifferblatt sind so typisch für die Fünfziger wie die polierten Dauphine-Zeiger. Die Uhr ist mit einem entspiegelten Saphirglas und einem Saphirboden ausgestattet.

Vulcain legte 2011 mit der “The Heritage Presidents` Watch” noch einen nach. Sie ist ein modernisiertes Remake, das dem Original noch ein wenig treuer geblieben ist als die “50`s President`s watch”. Sie ist kleiner, der Durchmesser wuchs im Verhältnis zum Original nur um einen auf 39 Millimeter. Wie alle Crickets hat das Uhrwerk zwei Federhäuser, das eine für die Funktionen Stunde, Minute und Sekunde, das andere für die Weckfunktion und die 20 Sekunden Alarmdauer.

2012 erweitert Vulcain nun die President`s-Kollektion um eine klassische Dreizeigeruhr und einen schlichten, eleganten Eindrückerchronographen.

Vulcain 50s President`s Watch

Die 50′s President’s Classic in Rotgold….

Die 50s President`s Classic hat wiederum einen Durchmesser von 42 mm und ist mit silber- oder anthrazitfarbenem Zifferblatt erhältlich. Das Datumsfenster ist bei der 6-Uhr-Position angebracht. Das Automatikwerk ist mit Genfer Streifen, rhodinierten Werkteilen und gebläuten Schrauben ordentlich finissiert. Das bombierte Saphirglas unterstreicht die nostalgische Note. Als Materialien für das bis 5 atm dichte Gehäuse stehen Stahl oder 18 Karat Rotgold zur Wahl.

Vulcain 50s President`s Watch

…und in Stahl mit dem anthrazitfarbenen Zifferblatt. 

Neu: Monopoussoir

Und neu ergänzt auch noch ein sehr gelungener Eindrückerchronograph. Auch dieser ist aussergewöhnlich schlicht, erst recht für einen Chronographen. Er hat lediglich zwei Hilfszifferblätter, eines bei neun Uhr für die laufende Sekunde und eines bei 3 Uhr für den Minutenzähler mit einer 30-Minuten-Skala. Wie bei der Dreizeigeruhr ist das Datumsfenster bei der 6-Uhr-Position angebracht. Das Automatikwerk hat eine Gangreserve von 42 Stunden und wird so dekoriert, wie das der 50s President`s Classic.

Vulcain 50s President`s Watch Monopoussoir

Ein wenig aus der Reihe tanzt eine weitere Variante dieses Chronographen namens “Chronographe Heritage”. Dieser präsentiert sich in einem netten Retro-Design, das auf die 40er Jahre zurückgeht, als Vulcain mit Real Madrid kooperierte. Das Design der damaligen Uhren wurde möglichst originalgetreu übernommen, samt der Pulsometerskala. Die Bezeichnung “Gradué pour 30 pulsations” bedeutet, dass man die Stoppuhr startet und dann 30 Pulsschläge mitzählt. Wenn diese erreicht sind, stoppt man die Uhr und kann auf der Skala einfach die Anzahl Schläge (“Pulsations”) ablesen, ganz ohne Rechnerei. Das Werk des “Chronographe Heritage” wird zusätzlich von der C.O.S.C. chronometerzertifiziert. Alle Eindrücker-Chronographen sind in Stahl- oder Rotgoldvarianten erhältlich.

Vulcain Chronographe Heritage

Vulcain Chronographe Heritage

Mit Jaermann & Stübi beim Golfen zählen und umrechnen

Die raffinierten Golfuhren von Jaermann & Stübi sind bei Uhrsachen seit ihrer Lancierung im Sortiment – ja, wir waren sogar der allererste Kunde des innovativen jungen Unternehmens, das sich unterdessen auf dem Markt etablieren konnte. Mit der Trans Atlantic wird die Kollektion nun um ein neues Modell ergänzt.

Golf wurde in England erfunden. Unmögliche Masseinheiten auch. Beides hat man in viele Länder exportiert. An vielen englisch beeinflussten Orten rechnet man nach wie vor in Yards (und noch in einigen anderen kuriosen Einheiten). Ein Yard entspricht ca. 3 Fuss oder 0.91 Metern. Gemäss Wikipedia wurde das Yard schon im Jahr 1011 von König Heinrich I. als “Abstand von seiner Nasenspitze bis zur Daumenspitze seines ausgestreckten Armes” festgelegt. Erst seit Ende des 19. Jahrhunderts wird das Yard vom Meter abgeleitet. Und um es ja nicht allzu einfach zu machen, gilt ein amerikanisches Yard 914,4019 mm, ein englisches hingegen 914,3993 mm. Immerhin konnte man sich 1956 darauf einigen, dass ein Yard international als 0,9144 Meter definiert wird. Die Briten verpflichteten sich 1973, sich der europäischen metrischen Systematik anzupassen, mit einer Übergangsfrist, die ursprünglich bis 2010 hätte gelten sollen, jetzt aber auf unbestimmte Zeit verlängert wurde. Item.

Urs Jaermann spielt auf beiden Seiten des Atlantiks Golf. Er mochte nicht warten, bis endlich ein einheitliches, vernünftiges Messwesen eingeführt wird und konzipierte darum flugs einen in die Golfuhr integrierten Yard-Meter-Umrechner. Das tönt komplizierter, als es ist: Auf einer Tabelle auf der drehbaren Lunette sind bei den Yards die entsprechenden Meterzahlen aufgedruckt. Einfache Lösungen waren schon meistens die besten.

Jaermann & Stübi Transatlantic Chronometer

Jaermann & Stübi Trans Atlantic Chronometer  

Der neue Trans Atlantic Chronometer kommt in einem sehr noblen grünen Farbkonzept ans Golfer-Handgelenk und hinterlässt auf oder auch neben dem Green einen exzellenten Eindruck.

Sonst bleibt bei der bewährten Golfuhr vieles beim Alten: Der geniale mechanische Golfzähler zeigt weiterhin die Anzahl Schläge pro Loch, die gespielten Löcher, die Gesamtzahl Schläge sowie einen Handicap-Vergleich an. Neu ist das automatische Uhrwerk A10 auch chronometerzertifiziert und hat somit die strengen Tests der C.O.S.C. bestanden. Verbessert wurde auch der Rückstellmechanismus, mit dem man am Ende der Partie alle Zähler wieder in die Ausgangsstellung bringt. Und auch die Zeiger wurden überarbeitet, sie sorgen jetzt für eine verbesserte Ablesbarkeit.

Und neu ist auch der Preis: Jaermann & Stübi konnte die Preise generell um einige Prozente senken – der neue Chronometer ist mit Kautschukband für CHF 8000.- erhältlich.

Perrelet Peripheral Double Rotor

Die Bieler Firma Perrelet setzt seit einigen Jahren in verschiedenen Formen auf das Thema Doppelrotor. Hintergrund der Idee war, dass Abraham-Louis Perrelet als Erfinder des automatischen Aufzugs gilt, was allerdings historisch nicht hundertprozentig bewiesen ist.

Letztlich spielt es keine Rolle – was zählt, ist das Heute und was man daraus macht. Und da ist Perrelet erfreulich kreativ.

Die Doppelrotorfamilie ist in den letzten Jahren ganz schön gewachsen. Erfolgreich eingeführt ist die Linie Turbine, mit dem jüngsten Spross Turbine Diver, aber auch die Diamond Flower-Damenuhrenserie. Eine ganz neue Serie wurde an der Baselworld 2012 präsentiert: Der Peripheral Double Rotor. Das eigenwillig gestaltete Gehäuse übernimmt viele Perrelet-Elemente: Die markante Form der Anstösse mit ihren mattierten Flächen und polierten Kanten und die typische Kanellierung auf der Seite sowie die perfekt passende Krone. Neu ist die zwischen eckig und kissenförmig gehaltene Form. Das Edelstahlgehäuse hat einen Durchmesser von 42 mm und liegt richtig gut auf dem Handgelenk – da haben die Designer von Perrelet wirklich ganze Arbeit geleistet.

Perrelet Peripheral Double Rotor

Ganz neu interpretiert ist das System des Doppelrotors. Er ist nur teilweise sichtbar, als sich drehender Ring unter einem peripheren Ausschnitt aus dem Zifferblatt. Im Gegensatz zur Turbine, wo der Rotor einfach frei dreht und keine eigentliche Funktion hat, ist der Rotor hier mit dem Aufzugsrotor auf der Werkseite verbunden und hilft diesem bei seiner Arbeit – wenigstens pro forma. Die Zifferblätter sind mit viel Aufwand und Liebe zum Detail produziert. Höchst dekorativ ist das Carré-Muster.

Perrelet Peripheral Double Rotor

Der Peripheral Double Rotor in der Version mit Stahlgehäuse und schwarzer DLC-Beschichtung.

Bref: An der Baselworld gibt es jedes Jahr – neben vielem “na ja….” einige richtig gelungene Neuheiten. Der Peripheral Double Rotor gehört für uns und viele andere Fachleute 2012 eindeutig dazu.

Die Turbine taucht ab

Mit dem Modell Turbine, 2009 vorgestellt und seither in verschiedensten Varianten aufgelegt, gelang Perrelet auf Anhieb ein Achtungserfolg. Jetzt folgt das Tauchermodell. Völlig neu war die Idee mit einem auf dem Zifferblatt drehenden Turbinenflügel. Uhrsachen brachte von dem Modell gar eine limitierte Serie in den Hausfarben schwarz/orange auf den Markt, die im Nu ausverkauft war. An der Baselworld 2012 erhielt die Turbinen-Familie nun Zuwachs. Zum Thema Fliegerei gesellt sich nun das Thema Wasser. Turbine Diver heisst die Neuvorstellung, bei der der Rotor mit seinen 11 elegant geschwungenen Schaufeln an eine U-Boot-Schraube erinnert. Raffiniert ist das mit der Leuchtmasse Superluminova bedeckte eigentliche Zifferblatt im Hintergrund. Wenn sich die “Schraube” dreht, scheint es leuchtend hindurch. Perrelet Turbine Diver Das Gehäuse aus Stahl (als Variante auch mit einer schwarzen DLC-Beschichtung) mit Saphirglas auf Vorderseite und im Gehäuseboden passt mit seiner aufwendigen Konstruktion bestens in die Perrelet-Familie. Es ist mit 47,5 mm Durchmesser gross, aber ergonomisch schlau geformt, was sich positiv auf die Tragbarkeit auswirkt. Natürlich hat sie Alles, was zu einer richtigen Taucheruhr gehört: Eine innenliegende Drehlunette fürs Einstellen der Abtauchzeit, in verschiedenen Farbkombinationen markant und für gute Ablesbarkeit gestaltet. Und eine Wasserdichtigkeit von 30 atm, was in der Theorie für eine Tauchtiefe von 300 Metern ausreichend wäre. Perrelet Turbine Diver A 1067 Die Turbine Diver mit schwarzer Lunette Perrelet Turbine Diver A 1066 Im Innern tickt das mechanische Werk P-331 mit automatischem Aufzug. Es wird von Soprod produziert, der Werkproduzentin, die in Händen des selben Besitzers ist wie die Firma Perrelet – wodurch es sich sogar Manufakturwerk nennen lassen darf.