Die Bezeichnung «Grand Cru» bezieht sich in der Regel auf Wein und gilt als Synonym für besondere Qualität. Für Uhren ist diese Bezeichnung eher ungebräuchlich. Würde es sie aber geben, so würden die Sondereditionen von Uhrsachen bestimmt auch dazugehören.

Dominik Maegli und Michael Vogt                                                                                       Fotografie: David Oreiro

Es ist für Uhrsachen zur Tradition geworden, in regelmässigen Abständen limitierte Sondereditionen mit Partner-Marken zu lancieren. Für Uhrsachen’s neusten Coup fiel die Wahl auf Vogard. Vogard ist der Spezialist für Weltzeituhren und die einzige Marke überhaupt, die sich ausschliesslich mit den Zeitzonen beschäftigt. Diese werden mit dem von Vogard patentierten Einstellmechanismus direkt über die Lunette eingestellt. Es liegt nahe, dass bei dieser neusten Sonderedition für die Kennzeichnung des «Längengrades +1» nicht etwa Paris oder Berlin steht, sondern Uhrsachen und Bern. Doch damit hört die Individualisierung nicht auf. Das Zifferblatt und der 24-Stunden Zeiger wurden in den Hausfarben Schwarz und Orange gestaltet. Auch die Komposition der weiteren Komponenten ist ausschliesslich in dieser Sonderedition erhältlich. Es gibt zwei unterschiedliche Versionen, welche auf je 10 Stück limitiert sind. Die eine mit einem matten Stahlgehäuse und einem schlichten schwarzen Zifferblatt, die andere mit einem PVD beschichteten schwarzen Gehäuse und einem Zifferblatt aus massivem Karbon. Beide Varianten werden von einem mechanischen Uhrwerk mit automatischem Aufzug angetrieben, welches in den Ateliers von Vogard zur perfekten Weltzeituhr getrimmt worden ist.

Vogard: Zeitzonen einfach gemacht

Fotografie: David Oreiro

Für Dominik Maegli stand fest, dass auch nach der Übernahme von Uhrsachen durch die Familie Maegli diese aussergewöhnlichen Kooperationen, stets dem Kredo «tick different» folgend, weitergeführt werden sollen. Und er ist sich sicher, dass er auch für dieses neuste Projekt mit Mike Vogt den richtigen Partner gefunden hat. Dieser gründete 2002 die Marke Vogard (zusammengesetzt aus Vogt und Avantgarde). Da Vogt keine halben Sachen mag, verpflichtete er einen renommierten Uhrmacher für die Entwicklung seiner Zeitzonenkomplikation. Entstanden ist eine Uhr mit einem verblüffend cleveren Mechanismus. Wird der unterhalb der Krone angebrachte Hebel gelöst, kann man die Drehlunette bewegen, und dies in beide Richtungen. Dieser Drehring ist mit dem normalen Stundenzeiger und einem 24-Stundenzeiger gekoppelt. Auf diese Weise kann jederzeit abgelesen werden, welche Zeit an einem bestimmten Ort auf der Welt ist. Der 24-Stundenzeiger hilft dabei herauszufinden, ob an der Zieldestination Tag oder Nacht ist. Dieses Feature ist äusserst praktisch, nicht nur für den Reisenden. Auch wenn Sie Ihren Freund in Kalifornien oder den Produktionschef in China anrufen möchten, hilft der «Timezoner». Einfach schnell die Lunette auf «Los Angeles» oder «Hong Kong» drehen und schon sieht man, ob die Zeit dafür opportun ist.

Eine patentierte Weltneuheit schuf Mike Vogt schliesslich mit der Indikation der Sommerzeit. Auch in diesem Fall gilt: Die besten Lösungen sind oft die einfachen. Mit einem «S», verbunden mit einem Strich zu den entsprechenden Destinationen, stellt man die Lunette ganz einfach auf die Sommerzeit ein. Die Erfindung ist so gut, dass sie sogar von anderen kopiert wurde. Der Schutz des geistigen Eigentums konnte aber erfolgreich durchgesetzt und dessen Missachtung mit einer Schadenersatzzahlung bestraft werden.

Die Uhren von Vogard sind solide und robust gebaut. Die wichtigsten Werkskomponenten wie Platine und Räderwerk entwickelt Vogard in Eigenregie. Als Basisantrieb dient ein Valjoux 7750 Werk, das reichlich modifiziert wird, bevor es mit der Vogard-Platine und der Komplikation verbunden wird. Grosser Knackpunkt war die Übertragung der Lunettendrehung auf die Achse, auf der die Zeiger sitzen. Die Komponenten für dieses Modul werden von hochqualifizierten Zulieferbetrieben in der Region Biel exklusiv für Vogard gefertigt. Die gesamte Endmontage wird in den Ateliers von Vogard, in dem an die Uhrenmetropole Biel angrenzenden Städtchen Nidau, vorgenommen.

Auch die Konstruktion und Fertigung des Gehäuses sind sehr komplex. Es misst 43 mm Durchmesser und ist 10 bar wasserdicht. Der Hebel für die Aktivierung der Drehlunettenfunktion sowie die spezielle Öffnung für das Kronenrad stellen hohe Anforderungen an den Gehäusebauer. Das gewölbte Saphirglas und die massiven Anstösse geben der Uhr einen Look, der Stärke und Vertrauen ausstrahlt.

Starke Partnerschaften

In der Welt zu Hause – Die Sonderedition «Uhrsachen» von Vogard
Fotografie: David Oreiro

Somit ist klar, dass Vogard definitiv der passende Partner für die vierte «Uhrsachen-Edition» ist. Die Marke widerspiegelt auf das Vortrefflichste die von Uhrsachen geschätzten Werte.

Den Startschuss dieser mittlerweile legendären Kooperationen machte Uhrsachen mit dem Uhrenhersteller Meistersinger mit der «Uhrsachen-Einzeigeruhr». Deren Erfolg war überwältigend: Alle 75 Uhren waren innerhalb kurzer Zeit ausverkauft. Das machte Mut für weitere Projekte. In Zusammenarbeit mit der Bieler Uhrenfirma Glycine folgte die «Coral Diver». Auch diese robuste Taucheruhr wurde natürlich in den Uhrsachen-Hausfarben Schwarz und Orange gestaltet. Von der limitierten Serie wurden 50 Uhren mit orangem Superluminova-Zifferblatt und 50 Uhren mit schwarzem Zifferblatt hergestellt. Von beiden Varianten sind noch wenige Stücke erhältlich. Der dritte Streich gelang mit der «Uhrsachen-Turbine» von Perrelet. Abraham-Louis Perrelet erfand 1778 den automatischen Aufzug und revolutionierte damit die Uhrmacherei. An diese wegweisende Erfindung erinnert der frei drehende Turbinenflügel auf der Zifferblattseite. Dabei kontrastieren die orangen Zeiger wunderschön auf dem schwarzen Hintergrund. Sämtliche Zeitmesser, aus dieser auf lediglich 10 Exemplare limitierten Serie, fanden schnell einen neuen Besitzer und sind somit bereits vergriffen.

Der erneute Erfolg dieser «Uhrsachen-Editionen» festigt die kühnen Pläne für weitere Kooperationen, die immer ein wenig anders ticken werden.

 

Dreimal Sonderedition «Uhrsachen»: Einzeigeruhr von Meistersinger,
Coral Diver von Glycine und Turbine von Perrelet.